Bd. 148 Nr. 1 (2026): Über Naturalismus und Spiritualität. Im Gespräch mit Thomas Metzinger
Abhandlungen

Reines Bewusstsein und Bewusstseinskultur. Eine kritische Anfrage an Thomas Metzinger

Patricia Schöllhorn-Gaar Ludwig-Maximilians-Universität München image/svg+xml

Veröffentlicht 2026-03-01

Schlagwörter

  • säkulare Spiritualität,
  • Thomas Metzinger,
  • reine Bewusstseinserfahrungen,
  • Erfahrungen ohne Inhalt,
  • Bewusstseinskultur

Abstract

In seinem Werk Der Elefant und die Blinden untersucht Thomas Metzinger mystische Erfahrungen bzw. „Erfahrungen des reinen Bewusstseins“. Er interpretiert sie als Erfahrungen ohne positiven Wahrnehmungsinhalt und behauptet, dass sie Ausgangspunkt für die Etablierung einer neuen Kultur sein sollten. Diese neue Kultur nennt er eine „Bewusstseinskultur“. Es stellt sich jedoch die Frage, ob Metzingers Interpretation von reinen Bewusstseinserfahrungen als Erfahrungen ohne positiven Wahrnehmungsinhalt mit der Etablierung einer Bewusstseinskultur überhaupt kompatibel ist. Um diese Frage zu beantworten, zeige ich a) auf, wie die Begriffe „reines Bewusstsein“ und „Bewusstseinskultur“ definiert werden, b) wie Metzinger das Fehlen eines positiven Wahrnehmungsinhaltes deutet und c) ob diese Deutung mit dem Anliegen einer Bewusstseinskultur kompatibel ist. Ich vertrete die These, dass das Fehlen eines positiven Wahrnehmungsinhaltes für Metzinger letztlich eine bleibende Herausforderung darstellt.

Literaturhinweise